
Wenn man auf die Geschichte der Winterthur Warriors Cheerleader zurückblickt, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Sara Uberi-Papapietro. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie Teil des Vereins – als Athletin, Coach, Vorstandsmitglied und zuletzt als Präsidentin. Mit ihrem Rücktritt im 2025 endet eine Ära, die den Cheerleading-Sport in Winterthur nachhaltig geprägt hat.
Die Anfänge der Warriors Cheerleader reichen zurück ins Jahr 1991. Damals gründete eine kleine Gruppe junger Frauen ein Cheerleaderteam zur Unterstützung der Warriors Footballer. Mit dem heutigen Cheerleading hatte das noch wenig gemeinsam: Ein paar wenige Athletinnen standen mit grossen Pompons am Spielfeldrand und feuerten die Spieler an.
1992 stiess Sara zum Team, ursprünglich durch ihren Bruder, der bei den Warriors Football spielte. Bereits ein Jahr später übernahm sie überraschend Verantwortung: Als der damalige Cheer-Coach auf Weltreise ging, wurde Sara kurzerhand zur Trainerin. Um ihrer neuen Rolle gerecht zu werden, absolvierte sie eine Cheerleader-Coachausbildung in Berlin – und legte damit einen wichtigen Grundstein für die sportliche Entwicklung des Teams.
Die frühen Jahre waren geprägt von Improvisation und viel Idealismus. Cheerleading war damals noch kaum als Sport anerkannt. Trainiert wurde teilweise in einem nur 40 Quadratmeter grossen Raum unter der Tribüne des Sportplatzes Deutweg, auf Betonboden und ohne Heizung. Für grössere Stunts musste das Team sogar nach draussen ausweichen, weil die Decke zu niedrig war. Erst 1999 erhielten die Warriors Cheerleader eine eigene Turnhalle – ein entscheidender Schritt für die Weiterentwicklung des Vereins.
Ein besonderer Wendepunkt kam im Jahr 2005. Sara lancierte eine grosse Werbeaktion, um Cheerleading in Winterthur bekannter zu machen. Das neu konzipierte “Tryout” übertraf alle Erwartungen: Mehr als 50 Mädchen im Alter zwischen fünf und 22 Jahren nahmen teil. Daraus entstanden erstmals mehrere Nachwuchsteams – darunter die Warriors Nuggets und die Warriors Rubies. Damit begann eine neue Wachstumsphase für den Verein.
In den folgenden Jahren entwickelten sich die Winterthur Warriors Cheerleader zu einer festen Grösse im Schweizer Cheerleading. Zahlreiche Podestplätze an Schweizermeisterschaften, stetig wachsende Teams und eine starke Nachwuchsarbeit prägten den Verein.
„Als wir angefangen haben, hätten wir uns kaum vorstellen können, wohin sich der Verein einmal entwickeln würde“, sagt Sara rückblickend. „Am schönsten ist für mich zu sehen, wie viele junge Menschen über die Warriors ihren Platz im Sport gefunden haben.“
Heute trainieren über 140 Athletinnen bei den Winterthur Warriors Cheerleadern. Der Verein gehört zu den erfolgreichsten Cheerleading-Clubs der Schweiz und feierte zuletzt auch internationale Erfolge – unter anderem mit dem Europameistertitel 2024.
Nach vielen Jahren engagierter Vorstandsarbeit und zweieinhalb Jahren als Präsidentin hat sich Sara im Herbst 2025 entschieden, ihr Amt abzugeben.
„Ein Verein lebt von vielen Menschen“, sagt sie. „Ich bin einfach dankbar, dass ich diesen Weg so lange mitgestalten durfte.“
Blick nach vorne
Mit grossem Respekt vor dieser Geschichte übernahm im Oktober 2025 nun Sabrina Drescher das Amt der Präsidentin. Gemeinsam mit dem Vorstand, den Coaches und der gesamten Warriors-Community soll der eingeschlagene Weg weitergeführt werden.
Die Winterthur Warriors Cheerleader wollen auch in Zukunft ihrem Namen alle Ehre machen: mit Leidenschaft für den Sport, einer starken Nachwuchsförderung und dem Ziel, den Cheerleading-Sport in der Schweiz weiter voranzubringen.
Oder, wie es im Verein seit Jahren heisst:
We are strong. We are tough. We are Warriors.


